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Regiogeld in OWL
Résumé des Minutotreffens vom 27.11.2011
Der Minuto ist eine Verbindung von Regiogeld und Tauschring.
Da es für die meisten der erste Kontakt mit dem Minuto-Konzept war, haben wir zunächst einmal versucht alle Fragen zu klären und sind so immer tiefer in das Konzept eingestiegen.
13 Personen haben sich am Sonntag-Nachmittag den 27.11.2011 zusammen gefunden und die Kinder wurden in dieser Zeit von Natalie, der Praktikantin des Waldkindergartens nebenan, wunderbar betreut. Insgesamt, war es ein sehr nettes und informatives Treffen, bei dem zunächst die „kritischen“ Fragen im Vordergrund standen. In welchem Punkt alle Teilnehmer übereinstimmten war, dass es bei dem Minuto-konzept deutlich mehr Freiheit gibt, als bei sonstigen Tauschringen oder Regiogeldern.
Die Einfachheit und dezentrale Schöpfung der Minutos sind einfach unschlagbar und zudem fördert der Minuto die persönlichen Fähigkeiten und die Kreat ivität! Was wir erhofft haben, dass wir bei dem ersten Treffen bereits Minutos schöpfen könnten, ist durch die begrenzte Zeit nicht mehr möglich gewesen aber zumindest gab es viel Anregung wie man selber die Minutos in seinem Umfeld einsetzen kann.
Was deutlich heraus kam ist, dass der Minuto eine große Chance hat, aber definitiv erst dann im „richtigen Geschäftsleben“ eingesetzt werden wird, wenn das Mitspielernetz größer ist und die Bezahlung mit dem Minuto genauso in die Gewohnheit übergegangen ist wie bei dem €… beim € fragt auch niemand mehr nach, was eigentlich dahinter steht! Eine schöne Idee ist für einen Handwerker z.B. die Neuteile (die er dazukaufen muss ) sich in € geben zu lassen und die Arbeitszeit in Minutos abzurechnen.
Die Eckpunkte, die auf dem Treffen herauskristallisiert wurden:
- wie oft brauche ich die Leistungen, die mir von den anderen Minuto-mitspielern angeboten werden/ im Privaten Bereich bzw. Freizeit sehr gut einsetzbar, aber bei Händlern zunächst nur bedingt
- der Umrechnungswert 60 Minutos= 30€ (für jemanden der selbstständig tätig ist, einfach zu wenig
- wenn jemand mehr für seine Dienstleistung haben will „meine Zeit ist weniger oder mehr wert als deine“
- Für eine einfache Dienstleistung will niemand z.B. von Versmold nach Bielefeld fahren.
Fazit:
Wenn genügend Menschen mitmachen, kann der Minuto gut funktionieren.
Wir sind einfach alle sehr an den € gebunden und kommen schwer aus diesem Hamsterrad heraus. Das Zauberwort heißt „einfach in Gang bringen“
Bei unserem nächsten Treffen wollen wir „Neueinsteigern“ zunächst die Möglichkeit geben Fragen zu stellen und danach direkt vor Ort die „Angebots-Visitenkarten“ zu erstellen und auszudrucken. Wir werden besprechen wie wir die Angebote verwalten wollen und weiterentwickeln, wie wir den Minuto ins Laufen bringen.
Nächstes Treffen:
Austausch und Treffen für alle Interessierten
SA, den 14.1.2012 von 13.30-17.00
für Neueinsteiger stehen wir am Anfang des Treffens für Fragen zur Verfügung
Veranstaltungsort: Blotenhof (letzte Haus auf der rechten Seite)
Teutoburger-Wald-Weg 7, 33824 Werther
Eintritt: kostenlos/ finanzieller Ausgleich für die Kinderbetreuung (Eltern)
Jeder Teilnehmer bringt etwas zu essen mit oder beteiligt sich mit an den Kosten für die Kinderbetreuung.
Anmeldung bitt über die Internetseite der Währungswerkstatt hier...►
Mit freundlichen Grüßen und dem Wunsch für eine friedliche Zeit!
dein Team der Währungswerkstatt - Oliver Winter und Solveig Isensee
www.waehrungswerkstatt.de
Artabana: Alternative zur Krankenversicherung?
Da ich es nicht eilig hatte mit dem „versichert sein“ und diese Erfahrung einmal machen wollte, machte ich mir während dieser Zeit allerlei Gedanken. Damals ging mir durch den Kopf, wenn eine größere Gruppe von Menschen sich gegenseitig versprechen würde, sich bei Unfall und Krankheit gegenseitig zu unterstützen, müsste es doch möglich sein, eine Alternative zum gesetzlichen Krankenkassensystem zu erschaffen. Vielleicht habe ich damals etwas von der Energie aufgeschnappt, mit der die Artabana-Bewegung zu der Zeit bereits seit einigen Jahren unterwegs war. Die ersten Gemeinschaften wurden in der Schweiz gegründet und seit dem ist Artabana stetig gewachsen und hat sich weiterentwickelt.
Ich nahm Kontakt auf und habe dann fast ein Jahr als Interessentin die Gruppentreffen einer Gemeinschaft besucht, bevor ich den Schritt in die Mitgliedschaft tat. Was ich bisher erfahren und gelebt habe ist für mich genau das Richtige.
Ohne einen Anspruch auf umfassende Information möchte ich Euch hier einen Einblick geben. Ergänzendes über diese solidarische Gesundheitsvorsorge bei Artabana gibt es im Internet unter www.artabana.de oder beim Artabana Deutschland e.V.
Was hat es nun auf sich mit Artabana, wie funktioniert diese Solidargemeinschaft praktisch?
Es geht um eine Alternative oder auch Ergänzung zum derzeitigen Angebot der gesetzlichen und privaten Krankenkassen.
Artabana bietet eine anderweitige Absicherung, so die genaue Bezeichnung, setzt jedoch voraus, dass die Mitglieder sich selbstverwaltet auf der Basis von Beziehung und wertschätzendem Umgang miteinander gemeinsam unterstützen. Ich treffe dort Menschen, die nach einer Antwort auf ihre Bedürfnisse gesucht und dieses Modell mit Herzblut im stetigen Prozess weiterentwickeln. Dabei ist nach wie vor jede und jeder bei Artabana auch mit seinen Fragen, bisherigen Erfahrungen und auch Unsicherheiten dabei. Aber es gibt eine gemeinsame Basis und die ist es, die Artabana für mich so attraktiv macht: Es sind Menschen, die solidarisch leben und handeln möchten, denen eine gegenseitige Achtsamkeit und Wahrnehmung wichtig ist und die miteinander in konstruktiver Weise mit dem Thema Gesundheit umgehen möchten.
Gesundheit fängt für mich damit an, dass ich mich austauschen kann in einer Gruppe von Gleichgesinnten über verschiedene gesundheitsfördernde und präventive Angebote. Schon das hat einen heilenden Aspekt. Weiter ist es wichtig für mich, eine freie Wahl treffen zu können bezüglich der medizinischen Versorgung oder auch alternativen Angeboten, z.B. im Gespräch herauszufinden, was wohl gerade das Beste individuell für mich ist, meine Gesundheit zu erhalten oder wieder herzustellen.
Das bedeutet, dass ich erst mal die Verantwortung für mich und meine Gesundheit übernehme und kalkuliere, was ich erwartungsgemäß im laufenden Jahr an Ausgaben haben werde. Diese Summe plus einer solidarischen Einlage in den Notfallfond zahle ich dann als Betrag über das Jahr ein. Am Ende eines jeden Jahres wird der vorangegangene Zeitraum abschließend betrachtet und besprochen, ob alles stimmig ist. So ist es in unserer Gruppe, wenn es keine Besonderheiten gibt, d.h. es keine außergewöhnlichen Anträge auf Unterstützung und keine Notfälle gibt. Allerdings können die einzelnen Gruppen ganz unterschiedliche Strukturen haben, wie sie ihren finanziellen Bedarf verwalten. Unterscheiden tut sich die Artabana u.a. dadurch von Krankenkassen, dass Unterstützung auch in anderen Formen gegeben wird und zwar nicht nur in Form von Geld sondern auch praktisch durch Alltagsdienste wie einkaufen, kochen, wenn jemand krank ist, oder indem man eine der vielen Verwaltungsaufgaben übernimmt, etwas verschenkt oder in bestimmten Gremien oder Arbeitsgemeinschaften aktiv ist, durch die Artabana weiterentwickelt wird. Da Artabana komplett selbstverwaltet ist, braucht es dazu denn auch Zeit und den Willen zum Engagement. Die Frage ist also nicht nur, was bekomme ich dort, sondern genauso, was möchte und kann ich einbringen.
Das Besondere ist, dass es einen sehr verbindlichen Umgang miteinander gibt und dass jede / jeder die Bereitschaft mitbringen sollte, auch Persönliches von sich zu zeigen und zu sagen. Es ist eben kein anonymes System sondern jede Gruppe ist basisdemokratisch und bestimmt weitestgehend selbst, wie sie sich gestaltet und verwaltet. So entscheiden wir nach einer Phase des sich Kennenlernens, wen wir neu aufnehmen, denn die Chemie sollte schon stimmen. Auch die Größe der Gemeinschaften ist unterschiedlich. Es gibt Gruppen mit 5 und auch welche, mit über 20 Mitgliedern.
Die nächste Ebene ist die Zugehörigkeit zu einem Regionalbündnis.
Auch dort kennt man sich und gestaltet die notwendige Struktur. Sollte also eine Gruppe durch einen Notfall oder Krankheit einen erhöhten finanziellen Bedarf haben, den sie nicht alleine bewältigen kann, helfen die anderen Gemeinschaften in der Region. Und um auch große Notfälle zu bewältigen, gibt es einen bundesweiten Fond, aus dem sofort und unbürokratisch Leihgeld fließt. Dadurch, dass man miteinander bekannt ist, wird darauf vertraut, dass die Ortsgemeinschaft hinter seinem Mitglied steht und später wird dann in Ruhe geschaut, welchen Teil des benötigten Geldes die betroffene Person, wie viel die Gruppe oder die Region übernimmt. Es kommt auch vor, dass Geld geschenkt wird und manch einer kommt da auch schon mal an seine Grenzen, um Unterstützung zu bitten und Geschenke anzunehmen. Es gibt somit weder einen Leistungsanspruch noch einen Leistungskatalog, nach dem Anträge abgewickelt werden. Gibt es Bedarf, so kann sich ein Mitglied mit seinem gesundheitlichen Anliegen zusammen mit der Gruppe in einen individuellen Heilungsprozess begeben und so ist Artabana ein großartiges Übungsfeld im gemeinsamen Finden von guten Lösungen. So ein Prozess mag wohl mitunter eine Herausforderung sein, aber wenn dann am Ende Vertrauen wächst, Unterstützung da und Gemeinschaft tragfähig ist, gibt es Gefühle von großer Dankbarkeit und Freude bei allen.
Auch die Versammlungs- und Entscheidungskultur auf bundesweiten Veranstaltungen, Telefonkonferenzen und den Informationsfluss erlebe ich als transparent, umsichtig und professionell. Bei meinen ersten Reisen zu den großen Treffen mit Teilnehmenden aus ganz Deutschland und auch der Schweiz konnte ich Entspannung und innere Sicherheit entwickeln in Bezug auf diese Solidargemeinschaft und fühle mich seit dem bei Artabana rund um wohl. Natürlich gibt es Kritik und Diskussionen, viele Ideen, auch Ängste, eben durch das gespeist, was jeder einzelne mitbringt. Jedoch erlebe ich als besondere Qualität immer wieder die spirituelle und geistige Kraft bei allen Versammlungen und Aktivitäten ohne Dogmatismus und darum ist Artabana für mich auch zukunftsweisend.
Seit der Gesundheitsreform 2007 bemüht Artabana sich um eine rechtliche Akzeptanz. Es ist seitdem nicht mehr so einfach, zu Artabana zu wechseln. Zurzeit ist ein Wechsel aufgrund der Gesetzeslage für Pflichtversicherte nicht möglich und auch für privat Versicherte ist eine Absicherung durch Artabana unter Umständen schwierig. Allerdings kann man auch ergänzend zur normalen Krankenversicherung Mitglied bei Artabana sein. Aber nur eine preiswerte Alternative für die, die dem Versicherungssystem den Rücken kehren möchten, sind wir nicht und wollen wir auch nicht sein.
Auf dem Weg zur rechtlichen Akzeptanz haben wir uns prüfen lassen von unabhängigen Institutionen. Von dort ist uns mehrmals ein gutes Management und eine stabile und angemessene finanzielle Grundlage bescheinigt worden. Das motiviert uns und dient dem Selbstbewusstsein. Es zeigt, dass wir auf einem guten Weg und den Erfordernissen der Zukunft gewachsen sind. Ob jung oder alt, wir möchten für alle offen bleiben und haben noch viele Ideen in Bezug auf das, was Artabana sonst noch auf die Beine stellen könnte.
www.artabana.de
Siehe auch Artikel in der Zeitschrift Oya, Ausgabe…. Von Barbara Küppers "Solidarisch gesund"
www.oya-online.de/article/read/176.html?highlight=artabana
Solidarisch im Krankheitsfall: Eine gute Idee
Kleines Planspiel für Utopia in Demokratia:
Nehmen wir an, es würden sich 100 Menschen zusammentun und sich versichern, im Krankheitsfall füreinander da zu sein...
Nehmen wir weiterhin an, hierbei handelte es sich nicht nur um eine Absichtserklärung, sondern um eine echte Entscheidung.
Woher diese Menschen kommen?
Sie würden beispielsweise über bereits bestehende Solidargemeinschaften wie Transition Town, Heilnetz oder Artabana informiert und sich entsprechend zusammen finden.
Nehmen wir an, das Ganze begänne am 01.07.2011 und alle einhundert Beteiligten würden folgende Vereinbarung treffen:
- Wird ein Mensch aus dieser Gruppe so krank, dass er oder sie über mehrere Wochen nicht arbeiten kann, informiert er die anderen 99 Menschen darüber
- Diese überweisen in diesem konkreten Fall jeweils € 10,- auf das Konto des Erkrankten - und so kommen unbürokratisch und schnell € 1000,-/ Monat zusammen - hier wird also nichtangespart, sondern konkret geholfen
- Das Ganze ist als Überbrückung gedacht - sollte mehr als beispielsweise zwei Monate finanziert werden müssen, kann diese Modell nicht mehr greifen
Statt also Monat für Monat in eine ausschließlich gewinnmaximierend arbeitende Versicherung zu investieren, die, wenn sie bezahlbar sein soll meist erst ab dem 42sten Tag gilt (Sie müssen also sehr krank sein, um in den Genuss einer Auszahlung zu kommen...), wäre ein solches Solidar-Modell, das hier nur im Ansatz skizziert ist, eine Überlegung und Diskussion wert.
Schreiben Sie einen Kommentar - er wird an dieser Stelle veröffentlicht.
Conny Dollbaum
redaktion@heilnetz-owl.de
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