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Kategorie: Gesundheitstheorien

Salutogenese

Kontext und Hintergrund der Salutogenese

Der Begriff "Salutogenese" (der zugegebenermaßen nicht ganz leicht von der Zunge geht) ist zusammengesetzt aus

  • Salus (griechisch) = Wohlsein, Heil, Gedeihen und
  • Genese = Entwicklung, Entstehung.

Mit anderen Worten: In der Salutogenese geht es um das Entstehen von Wohlsein / Gesundheit und nicht um die Verhinderung oder Bekämpfung von Krankheit.

Salutogenese - Der Blick auf das Gesunde in uns

Salutogenetische Beratung sucht Ihre Schätze, Ihre Fähigkeiten und gesunden Anteile, richtet den Blick auf die heilen Bereiche und schöpft somit aus der Fülle – bei jedem Menschen, wie krank er auch immer sein mag!
Sicher scheint jedenfalls eines: je besser Sie Ihre Erkrankung verstehen, je mehr Sie das Gefühl haben, die richtigen Strategien zur Gesundung gewählt zu haben und je klarer diese Faktoren für Sie mit Sinn behaftet sind, desto eher werden Sie sich gesund fühlen.

Der Begründer der Salutogenese, Aaron Antonovsky, war Sozialmediziner und beschäftigte sich während der 70er Jahre in erster Linie mit Stressforschung – dabei stieß er auf ein Phänomen, das ihn dazu bewog, über die Entwicklung von Gesundheit intensiver zu forschen: Er entdeckte, dass manche Menschen, obwohl sie extremen Bedingungen körperlicher wie emotional-mentaler Art ausgesetzt waren (z.B. der Internierung in Konzentrationslagern), sich dennoch gesund und stabil entwickeln konnten. Die daraus resultierende Frage war: Was haben diese Menschen für Eigenschaften oder innere Voraussetzungen, die ihnen dies ermöglichten?

Antonovsky postulierte folgende Kernsätze, die sich im Laufe der Zeit auch im Rahmen anderer Gesundheitstheorien (Resilienz, Coping) bestätigen sollten:

1. Gesundheit und Krankheit sind keine festen Zustände.

Menschen sind niemals zu 100% krank oder gesund, sondern bewegen sich auf einer Kontinuitätsskala irgendwo dazwischen.
- Ich kann gerade etwas Kopfschmerzen haben, würde mich aber nicht als krank bezeichnen.
- Ich kann eine Krebserkrankung haben und mich dennoch geistig und emotional sehr gesund fühlen.
- Ich kann mit einer starken Behinderung geboren werden, was gemeinhin als "krank" bezeichnet wird und mich dennoch glücklich, frei und gesund fühlen.

2. Gesundheit ist abhängig von drei Faktoren bezüglich meines Zustandes.

  • Verstehbarkeit: Wie gut verstehe ich meine Erkrankung?
  • Handhabbarkeit: Habe ich die richtigen Strategien, um mein aktuelles Erkrankungsproblem zu lösen? Habe ich das Gefühl, die richtigen Methoden und Therapien einzusetzen?
  • Bedeutsamkeit: Welche Bedeutung hat meine Erkrankung für mich ganz persönlich?

Diese drei Faktoren bilden nach Antonovsky das "Kohärenzgefühl" aus – und je nachdem, wie stark oder schwach die einzelnen Komponenten ausgebildet sind, entsteht dadurch ein mehr oder weniger gut ausgebildetes "Heil-System".
Die beste Nachricht zum Schluss: Alle drei Faktoren sind beeinflussbar und ausbaubar.

Autorin:
Conny Dollbaum-Paulsen,
Heilpraktikerin, Autorin, Präsenzcoach

Quelle:
Aaron Antonovsky,
Salutogenese - Zur Entmystifizierung von Gesundheit

Datum:
19.10.2016

Link:
www.salutogenese-zentrum.de