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Kategorie: Achtsame Körperarbeit

Tai Chi: Yang Stil ChengManChing

Es gibt im Taichi viele verschiedene Stile und Formen. Diese Ausführungen beziehen sich hauptsächlich auf den Yang-Stil nach ChengManChing.

 

Mit Himmel und Erde in Kontakt

Die Taichi-Form besteht aus einer Folge von Bewegungen, die aus der Körpermitte heraus entstehen. Die Langsamkeit und Genauigkeit, mit der sie ausgeführt wird, erfordert hohe Aufmerksamkeit und Präsenz des ganzen Menschen.
Beim Üben des Taichi ist es wichtig, mit den Füßen in gutem Kontakt zur Erde zu sein, sich von ihr tragen zu lassen und gleichzeitig zum Himmel hin aufgerichtet zu sein.
Um diese innere Achse geschieht die Bewegung, wobei der Bewegungsimpuls von der Körpermitte im Unterbauch ausgeht, dem sogenannten Dantien. Die entspannte aufrechte Haltung lässt die Bewegungen fließend und anstrengungslos werden.
Sowohl Rücken- und Rumpfmuskulatur als auch Bein- und Fußmuskeln werden auf sanfte Weise gekräftigt, die Gelenke werden beweglich und durchlässig und der Atem harmonisiert sich.
Das Üben des Taichi führt zu Ruhe und innerer Gelassenheit, es erhöht Konzentration und Aufmerksamkeit und fördert Koordination und Gleichgewicht.
Ein wichtiger Aspekt des Taichi-Lernens ist der Umgang mit sich selbst. Leistungsansprüche und Härte sind völlig fehl am Platz, es geht darum, den Lernprozess des eigenen Körpers mit Geduld, Akzeptanz und Wohlwollen zu unterstützen. Mit der Zeit entwickelt sich Vertrauen in den eigenen Körper, der viele Wiederholungen zum Lernen braucht.
Aber auch schon zu Beginn des Übens können die Momente, wenn die Bewegung  sich leicht und fließend anfühlt, zu Erholung und innerer Freude führen.

Für wen und wann eignet sich Taichi?
Jeder, der aufrecht stehen kann, ist in der Lage, Taichi zu lernen. Voraussetzung ist Geduld und Mut zur Langsamkeit.
Taichi kann bei Stress, Unruhe und Konzentrationsschwierigkeiten hilfreich sein ebenso bei Rückenbeschwerden und innerer Anspannung. Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass für Parkinson-Patienten das Taichi-Üben sich günstig auswirkt.

Gegenanzeigen: Keine

Preise und Bedingungen Tai Chi: Die Krankenkassen unterstützen die Teilnahme an Taichi-Kursen, sofern der Anbieter von ihnen zertifiziert ist. Seit Oktober 2012 bezuschusst die TK zwei Kurse pro Jahr. Der Zuschuss liegt in der Regel bei 75-80 Prozent der Kurskosten, max. werden 75-80 Euro bezahlt.

Autorin: Annette Kaufmann-Knopf, Physiotherapeutin, Heilpraktikerin, Taichi- und Qigong-Übungsleiterin

Quelle: Eigene Zusammenstellung

Datum: 16.09.2016

Hintergrund/Kontext des Tai Chi: Yang Stil ChengManChing
Taichi ist eine jahrhundertealte Bewegungskunst aus China, die die Lebensenergie stärkt und die Gesundheit und innere Weisheit unterstützt. In der chinesischen Medizin wird das Taichi neben dem Qigong  zur Heilung und Stärkung des Qi eingesetzt.