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Kategorie: Psychotherapie

 

Transpersonale Psychotherapie

 

Hintergrund zur Transpersonalen Psychotherapie

Die Transpersonale Psychologie ist ein noch relativ junger Zweig der Psychologie, der in seiner modernen Form seit Ende der 60er Jahre in den USA entwickelt wurde. Wesentliche Begründer und Theoretiker der transpersonalen Psychologie waren und sind Anthony Sutich, Stanislav Grof, Abraham Maslow, Charles Tart, Francis Vaughan, Roger Walsh und Ken Wilber. Die europäische Wurzeln der transpersonalen Psychologie liegen in den Arbeiten von C.G. Jung, Viktor Frankl, Roberto Assagioli und Karlfried Graf Dürckheim und gehen auf den Anfang dieses Jahrhunderts zurück.
Der Begriff der Transpersonalen Psychotherapie ist in den 80er und 90er-Jahren aus dem Bestreben entstanden, die Erkenntnisse Transpersonaler Psychologie in die therapeutische Arbeit umzusetzen.

 

Tranpersonale Psychtherapie - Spirituelle Verwirklichung und Transzendenz

Die Transpersonale Psychotherapie stellt eine Erweiterung der klassischen Psychotherapie um philosophische, religiöse und spirituelle Aspekte dar. Somit setzt sich die transpersonale Psychotherapie häufig aus einer spirituellen Technik und einer Psychotherapie zusammen, die im Kontext der westlichen Psychologie steht. Im Gegensatz zur klassischen Psychotherapie, die das persönliche „Ego“, die Persönlichkeit des Menschens in den Mittelpunkt des Interesses stellt, befasst sich die tTranspersonale Psychotherapie mit dem Wachstum in Ausrichtung auf ein größeres Zentrum, ein höheres Selbst, in Richtung spiritueller Verwirklichung auf Transzendenz.

In der Transpersonalen Psychotherapie wird davon ausgegangen, dass wir als reines Bewusstsein auf diese Erde kommen. Durch die Erfahrungen unserer Kindheit, Kultur und Erziehung bauen wir Vorstellungen und Glaubenssätze auf, die uns sagen, wie wir sind und sein müssen, um geliebt und anerkannt zu werden. Wir entwickeln eine Persönlichkeit, ein sogenanntes "Ego".

 

Reines Bewusstsein

In der Transpersonalen Psychotherapie geht es nun darum, sich des „Ich/Ego“ bewusst zu werden, die Identifikation mit diesen Konzepten aufzulösen und zu erfahren, was ich hinter dieser Persönlichkeit noch bin, um des „Selbst“ als reines Bewusstsein, der Seele wieder gewahr zu werden. Neben den Erfahrungen dieses Lebens können auch Erfahrungen aus vorherigen Inkarnationen den Kontakt zum wahres Bewusstsein und dessen Ausdehnung verhindern. Die Transpersonale Psychtotherapie geht davon aus, dass jeder Mensch das Potential besitzt, die personale Identifikation des Ichs zu transzendieren.

Die Wege dorthin können je nach Psychotherapie und TherapeutIn sehr unterschiedlich sein. Wesentlich ist die therapeutische Grundhaltung einer jeden TherapeutIn. Wichtig sind vor allem eigene Erfahrungen mit der spirituellen Dimension, der spirituellen Praxis, damit ich als TherapeutIn schnell ins transpersonale Bewusstsein eintreten kann, um meinem Gegenüber den Zugang zu dieser Dimension leichter zu ermöglichen. Wichtig ist als TherapeutIn eine Haltung der Achtsamkeit und des meditativen Gewahrsein, das nicht mit therapeutischen Konzepten und diagnostischen Einschätzungen befasst ist, sondern wahrnimmt, was von Augenblick zu Augenblick tatsächlich geschieht. Es geht um ein tiefes Zuhören und offenes Wahrnehmen.

 

Ziele der Transpersonalen Psychotherapie

Erkennen, durchschauen und relativieren der Identifikationsvorgänge

  • Desidentifikation von den Vorstellungen, Bildern wie ich oder das Leben zu sein haben
  • Projektionen bewusst machen: Wie kreiere ich mir die Welt, wie wirken meine Glaubenssätze?
  • Kontakt zur eigenen Mitte und den eigenen Ressourcen herstellen
  • Verantwortung für das eigene Leben und die eigenen Erfahrungen übernehmen
  • Eigene Begrenzungen und die eigene Unvollkommenheit bewusst machen
  • Eigene Individualität erkennen und annehmen, so dass die größere Kraft, die dahinter steckt, durchscheinen und wirken kann
  • Bewusstheit über mich selbst, Ausbildung des inneren Beobachters, des Zeugen
  • Neutrale wertfreie Betrachtung aller Ereignisse
  • Annehmen was ist
  • Liebendes Verstehen, Mitgefühl sich selbst und anderen gegenüber entwickeln
  • Die Verwirklichung einer transpersonalen Erfahrung und die Integration dieser Erfahrung

AnbieterInnen »Transpersonale Psychotherapie« in OWL

Autorin: Heike Wilken, Dipl.-Psychologin und Heilpraktikerin für Psychotherapie

Quelle: Joachim Galuska und Albert Pietzko, Psychotherapie und Bewusstsein: Spirituelle und transpersonale Dimensionen in der Psychotherapie, 2005

Datum: 14.10.2016

Der Begriff der Transpersonalen Psychotherapie
Trans: Wachstum in Ausrichtung auf ein großes Zentrum im Sinne eines höheren Selbstes, in Richtung spiritueller Verwirklichung und Transzendenz; Wachstum in Ausrichtung auf die Einheit allen Lebens; Dimensionen der Ganzheit
Person: Überwindung von Spaltung, Aufdecken von Verdrängtem, Aufarbeiten von Traumata; Integration von Teilpersönlichkeiten, Bildung oder Stärkung eines inneren Zentrums (befassen sich alle Psychotherapien mit)