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Kategorie: Psychotherapie

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Yager-Therapie

Yager-Therapie

Die Yager-Therapie ist eine sehr intensive und nachhaltige Behandlungsmethode, die bei zahlreichen psychischen, körperlichen und psychosomatischen Problematiken angewendet werden kann. Die oft frappierenden Ergebnisse treten meist sehr schnell ein und sind oft schon unmittelbar nach der Sitzung zu spüren.

Einer der Vorteile dieser Methode ist, dass sie nicht an den Symptomen, sondern den Ursachen eines Problems ansetzt,  und es gleichzeitig nicht erforderlich ist, dass der Patient sich bewusst mit dem Thema auseinandersetzt. Die Heilungsprozesse finden vollständig auf einer unbewussten Ebene statt.

Hintergrund/Kontext

Die Yager-Therapie ist nach ihrem Begründer, Dr. Edwin K. Yager, Professor für klinische Psychiatrie an der medizinischen Fakultät der Universität von Kalifornien in San Diego (UCSD) benannt. Bekannt ist diese Behandlungsmethode auch unter den Bezeichnungen „Subliminal Therapie“ und „Yager-Code“.

Beschreibung

Die theoretische Grundlage der Yager-Therapie ist ein gegenüber den meisten anderen in der Literatur bekannten Bewusstseinsmodellen erweitertes Instanzenmodell. Es umfasst die Instanzen „Wachbewusstsein“, „Unterbewusstsein“ und „höheres Bewusstsein“.

Das Wachbewusstsein wird im Wesentlichen durch verstandesgemäßes, mehr oder weniger logisches und analytisches Denken bestimmt. Die Grenzen dieser mentalen Denkprozesse sind allerdings sehr schnell erreicht, wenn es um die Aufgabe „Heilung“ geht, unabhängig davon, wo sie stattfinden soll.

Das Unterbewusstsein hat Zugriff auf alle Erfahrungen, die wir jemals in unserem Leben (auch bereits vor der Geburt) gemacht haben. Das Unterbewusstsein ist im Gegensatz zu herkömmlichen Modellen jedoch kein einheitliches Ganzes, sondern vielmehr in viele verschiedene Teile aufgegliedert, die u.a. unsere individuellen Werte, Glaubenssätze, Handlungsmuster, persönlichen Begrenzungen sowie zahlreiche Funktionen des autonomen Nervensystems repräsentieren. Diese „Teile“ sind das Ergebnis von Konditionierungsprozessen, die irgendwann in unserem Leben erfolgt sind und danach wie eine unumstößliche innere Gesetzmäßigkeit gültig sind. Dr. Yager erkannte, dass diese konditionierten Reaktionen allerdings manchmal im Widerspruch zueinander stehen und verstand diese Tatsache  als die Wurzel vieler Probleme seiner Patienten.

Das höhere Bewusstsein umfasst unbewusste Fähigkeiten des Geistes, die weit über die mentalen Möglichkeiten des Wachbewusstseins hinausgehen. Es steuert z.B. die wichtigsten Lebensfunktionen oder kann alle Erinnerungen einsehen, unabhängig davon, wann das Ereignis stattgefunden hat. Es ist auch in der Lage, widersprüchliche Funktionen einzelner Teile des Unterbewusstseins zu erkennen und kann diese Widersprüche auflösen, indem es die betreffenden Teile rekonditioniert. Damit beseitigt es die Ursache der hierdurch bedingten Probleme des Patienten. Verstandesmäßig ist das höhere Bewusstsein nicht greifbar. Daher sind die in dieser Instanz ablaufenden Prozesse auch nicht logisch erklärbar. Lt. Dr. Yager kann das höhere Bewusstsein am besten mit „höhere Intelligenz“ beschrieben werden.

Ablauf der Yager-Therapie

Ausgehend von dem theoretischen Modell überlässt der Therapeut alle Maßnahmen zur Heilung konsequent dem hierfür zuständigen „höheren Bewusstsein“ seines Patienten. Er kommuniziert mit dieser Instanz, indem er ihr in einem bestimmten strukturierten Vorgehen verschiedene Fragen stellt, sie beauftragt, die Ursachen des Problems zu analysieren und diese anschließend aufzulösen. Das höhere Bewusstsein kommuniziert seinerseits mit dem Therapeuten über innere Bilder oder andere Gedankenimpulse, die es dem Wachbewusstsein des Patienten übermittelt. Der Patient hat dabei die Aufgabe, diese Informationen ungefiltert und ohne eigene Bewertungen  an den Therapeuten weiterzuleiten.

Hier liegt ein großer Vorteil der Yager-Therapie: Der Patient braucht nicht über Details zu seinem Problem sprechen. Ja, er braucht es selbst sogar noch nicht einmal zu durchdenken und gedanklich zu durchleben. Der Heilungsvorgang findet vollständig auf unbewusster Ebene statt.

Für wen und wann ist die Yager-Therapie geeignet? 

Die Yager-Therapie kann bei einer Vielzahl von psychischen, körperlichen und psychosomatischen Problemen / Erkrankungen eingesetzt werden. Dies kann sowohl in Kombination mit anderen Psychotherapiemethoden, z.B. Hypnosetherapie, oder auch als eigenständiger Therapieansatz geschehen.

Gute Erfahrungen liegen vor bei

  • Angststörungen
  • Zwangsstörungen
  • Traumatisierungen / PTBS

Da der Patient bei dieser Behandlungsmethode nicht noch einmal bewusst in das traumatische Erlebnis hineinzugehen braucht, ist eine Heilung hier besonders schonend.

  • Ess-Störungen
  • Chronische Schmerzen
  • Schlafstörungen

Das Subliminal Therapy Institute von Dr. Yager hat die Ergebnisse der Yager-Therapie seit 2008 statistisch erfasst. Hier der Link zu den Auswertungen: http://stii.us/success_.html

Gegenanzeigen

  • Wie bei jeder anderen Psychotherapiemethode ist vor Behandlungsbeginn auch bei der Yager-Therapie eine medizinische Abklärung erforderlich.
  • Die Yager-Therapie kann kontraproduktiv sein, wenn der Patient nicht fähig ist, mit seinem höheren Bewusstsein zu kommunizieren.
  • Yager rät von einer Behandlung ab, wenn der Patient mit der Yager-Therapie eine Ersatzbehandlung für eine notwendige medizinische Betreuung sucht. In diesem Fall ist es jedoch durchaus angebracht, die Yager-Therapie anzuwenden, um diese psychische Barriere gegen medizinische Maßnahmen zu beseitigen.
  • Von Yager-Therapie wird abgeraten, wenn es sich um medizinisch zu versorgende Probleme handelt, z.B. Knochenbrüche, Blutungen, Herzinfarkt

Autor:
Hans-Jürgen Peter, Heilpraktiker für Psychotherapie, Yager-Therapeut
www.hppsych-ausbildung.de

Datum:
09.08.2018

Quellen:

  • Subliminal Therapy: Utilizing Extra-Conscious Abilities To Change in Desired Ways, Edwin K. Yager, Ph.D., Kindle Edition
  • Die Yager-Therapie, Dr. Edwin K. Yager, 2. Auflage 2016, Verlag Erfolg und Gesundheit

siehe auch:
Lexikonartikel Heilhypnose