Gedanken einer Gründerin

9 Jahre Heilnetz

Gedanken einer Gründerin

von Conny Dollbaum-Paulsen

Was bringt einen Menschen dazu, in diesem Fall mich, Conny Dollbaum-Paulsen, Heilpraktikerin seit 1993, Dozentin, Gestalttherapeutin und Präsenzcoach, ein Unternehmen wie Heilnetz zu gründen? Und was treibt eine Gründerin an, über Jahre hinweg ziemlich viel Geld (geliehen und erarbeitet), sehr viel Zeit und noch mehr Energie in ein solches Projekt zu stecken?

Sehr einfach: In erster Linie das große Glück, liebevoll, ermutigend, humorvoll und ausdauernd auf allen nur denkbaren Ebenen unterstützt zu werden. Und dann natürlich die Liebe zur Sache verbunden mit der Leidenschaft, aus Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.

Niemals allein: Vielen Dank an viele

Neun Jahre sind eine lange Zeit – und nichts wäre an dieser Stelle schlimmer, als einen Menschen zu vergessen, der sich besonders mit Heilnetz verbunden fühlt. Ich hoffe, ich habe alle genannt - und wer dabei verloren ging sei besonders bedacht - ihr seid alle in meinem Herzen.

Ich bedanke mich:

  • Bei einer Kollegin, die mir die ersten 25.000 Euro lieh, weil keine Bank das tun wollte – sie hat das Geld längst zurück, die letzten Bankkredite werden zum Jahresende abgelöst (es blieb nicht bei dem einen…)
  • Bei denen, die mitgegründet haben, insbesondere Eva Kuhlmann und Horst Krückemeier
  • Bei den Technik-Männern Andreas Bethge, Martin Schulze und Martin Damke
  • Bei allen, die als Dozent*innen für die Heilnetz-Seminare da waren, insbesondere Barbara Daniel, Alke Bauer, Jens Bundesmann und Susan Rinne
  • Bei denen, die von Anfang an Anbieter*innen waren und es immer noch sind und bei denen, die später dazukamen, zwischendurch verloren gingen, wieder kamen oder auch nicht
  • Bei allen, die mich technisch und SEO-mäßig unterstützt haben
  • Bei Sonja Neuss für professionelle, freundliche und mega-schnelle PC-nix-geht-mehr-Betreuung
  • Bei den tollen Redaktionsfrauen Martina Seifert, Natalie Nicola und Andrea Kornfeld
  • Bei allen Kooperations-Partner*innen, auch bei denen, die nicht mehr dabei sind: Ohne euch wäre alles anders.
  • Bei den neuen Regional-Partner*innen, die eine Weiterentwicklung von Heilnetz mit ermöglichen
  • Bei den Kolleg*innen, die die Idee des ganzheitlichen Dschungelscoutings mit geboren haben, aus der letztlich die Vermittlung entstehen konnte.
  • Bei Unterstützer*innen wie Bettina Sahling, die Heilnetz bekannter und damit beliebter machen
  • Bei allen Vermieter*innen wie Sabine Langenscheidt und Ela Buchwald, die Heilnetz immer wieder beherbergen und dabei großzügige Angebote machen
  • Bei meinen Lieben nah dran, die mich unterstützen und trösten, wenn die Zweifel Raum nehmen
  • Bei den vielen User*innen, viele tausend Monat für Monat, die Heilnetz benutzen.
  • Bei Georg Klaus, der mit den Amara-Schulen Heilnetz indirekt erst ermöglicht hat
  • Bei meinen Lehrer*innen, insbesondere denen, die mich seelisch und spirituell durch die Heilnetz-Wirrungen begleitet haben
  • Beim lieben Gott, Buddha, Pancha Mama, Shiva, Allah, den guten Geistern überall und allen Elfen dieser Welt
  • Bei allen, die ich hier nicht genannt habe

Dennoch: Was sich leicht liest, hat auch eine andere Seite und natürlich schlich sich die Frage nach dem WARUM im Laufe der letzten neun Jahre immer mal wieder zwischen meine gnadenlos optimistischen Begeisterungsgedanken. Hatte ich das Auftauchen der Zweifel zugelassen, gab es meist einen Moment der Leere, der Stille. Und dann immer wieder eine einzige Antwort: Weil ich will, dass es ein solches Portal gibt.

Ich bin nämlich immer noch davon überzeugt, dass Heilnetze in vielerlei Weise hilfreich sind:  Natürlich als Adressen- und Informationsportale, als Projekte, die Verbundenheit und Kooperation stärken, die Präsenz nicht nur für die einzelne Anbieter*in schaffen, sondern auch für das große Thema Ganzheitlichkeit.  Natürlich als Ort im Internet, der Suchende und Anbietende auf zuverlässige Art und Weise zusammenbringen kann. Für mich war und ist Heilnetz übrigens keine Werbeplattform, sondern eine Präsenzplattform sowie ein Informationsportal als gemeinsame Dienstleistung aller Anbieter*innen in einer Region.

Die Jahre 1-3: Gründungsbegeisterung

Am 15. Januar 2010 saßen im damaligen Ratscafe in Bielefeld vier Menschen zusammen und waren glücklich: Eva Kuhlmann als Heilnetz-Frau, Horst Krückemeier  als Grafiker, Andreas Bethge als Programmierer und Conny Dollbaum (damals noch ohne Paulsen) als Erfinderin und Eigentümerin von Heilnetz OWL.

Glückverursachend war die Online-Schaltung des ersten Heilnetzes in Ostwestfalen Lippe – es hieß Heilnetz OWL. Ziemlich besonders war dabei, dass sich bereits 54 Kolleg*innen per Fax oder Brief (undenkbar heute) angemeldet hatten – sie wussten nicht, wie das Ganze aussehen würde, waren aber bereit, die Idee eines regionalen kollegialen Netzwerkes zu ganzheitlicher Gesundheit mit zu tragen. An dieser Stelle ein Dank an euch von damals – die allermeisten sind noch dabei.

Hätte ich geahnt, wie viele Steine ich symbolisch würde schleppen müssen, um Heilnetz in Bewegung zu bringen – ich hätte es mir und meinem Rücken wahrscheinlich nicht zugetraut.

In den ersten Jahren ging es darum, Menschen zu überzeugen, dass Heilnetz nicht irgendein Datenportal sein wollte, sondern ein werbefreies, faires und seriöses Webportal für eine Region.

Wie schwer das war, ahnte ich nicht – und doch hatten wir am Ende des 3. Jahres ungefähr 220 Anbieter*innen in OWL. Rückblickend ein Wunder, denn technisch und gestalterisch war das Ganze zwar professionell, aber aus heutiger Sicht nicht wirklich übersichtlich. Ab 2011 wurde Heilnetz eine GbR, mit an Bord waren Eva Kuhlmann und Frank Best – eine schöne Zeit mit vielen Ideen, eigenen Räumen und sehr viel kollegialem Wachstum

Meine Erinnerungs-Stichworte aus dieser Zeit:
Pionierin sein, Begeisterung, Hartnäckigkeit, Desillusionierung, Entwicklung

Die Jahre 3-6: Ausdehnung online und offline

Rückblickend hatte ich damals das Gefühl, wir hätten das Gröbste eigentlich hinter uns – vier neue Regionen kamen dazu, unter der Regie von Eva Kuhlmann boten wir, nicht nur, aber auch aus real existierenden Geldnotgründen, verschiedene Weiterbildungen an, die Heilnetz-Messen waren mit jeweils mehr als 1000 Besucher*innen gut besucht und von allen Beteiligten hochgelobt, das Adressmagazin, DAS GRÜNE BRETT, machte uns bekannt, die Klickzahlen stiegen, außerdem etablierten wir die ersten Heilnetz-Abende, die von Beginn an einen einzigartigen Charakter hatten. Und doch mussten wir als GbR-Gesellschafter*innen einsehen, dass Heilnetz ein kleines Unternehmen geblieben war, das nicht mal eine Person zum Teil würde versorgen können. Als Konsequenz löste sich die GbR auf, was traurig war und eine kleine nachhaltige Enttäuschung mit sich brachte. Und die Frage: Soll das denn immer so weitergehen?

In diesen Jahren kamen aber auch vier weitere regionale  Netze dazu, was mir immer wieder zeigte: Es gibt Menschen, die die gleiche Sehnsucht haben wie ich. Kolleg*innen, die das Thema Ganzheitlichkeit gemeinsam mit den Anbieter*innen aus vielen verschiedenen Berufsgruppen seriös und kollegial vertreten wollen.

Stichworte aus diesen Jahren:
Kollegialität im Team, Kooperation auf verschiedenen Ebenen, Ermüdungserscheinungen, Technik und Inhalt im Aufwind

Die Jahre 6-9: Heilnetz deutschlandweit

Von Anfang an hatte ich mitgeträumt, in allen Regionen der Republik solche Heilnetze zu etablieren. Es ab immer häufiger wunderbar kollegiale Telefonate, die mit der Frage begannen:  Was muss ich tun, um ein Heilnetz in meiner Region zu gründen? Daraus wurden bis Mitte 2018 20 regionale Heilnetze, die von unseren Kooperationspartner*innen mit Leidenschaft und großem Engagement betreut werden.

Kleine Stolperfalle: Wir mussten feststellen, dass die Heilnetz-Vermittlung, an der wir seit 2017 begonnen haben zu arbeiten (es gab da eine wunderbare Erfinder*innengruppe, die Dschungelscouties) vertriebs- und marketingtechnisch nicht gut an den Start zu bringen wäre, wenn wir sie nur in einzelnen Netzen anbieten könnten. Also mussten wir 2018 alles neu denken, stricken, programmieren, schreiben, bewerben, gründen, verwerfen…um zum Januar 2019 tatsächlich 49 Heilnetze online stellen zu können. Die seit Januar erst online gegangenen Netze benötigen jetzt sehr viel Resonanz und guten Willen, damit das gesamte Vermittlungs-Projekt klappen kann…anmelden erwünscht und geboten, hier die Übersicht aller Regionen.

Wir, also Heilnetz GbR, heißt: Hans Jürgen Fricke, Mitgesellschafter, genialer Programmierer, geduldiger Freund und zuverlässiger Kollege und ich – wir sind wieder eine GbR und das ist gut so. Das Bild zeigt Hans Jürgen Fricke, ohne den Heilnetz nicht ansatzweise so schön, technisch on top und vor allem so viel Freude machen würde.

Stichworte: Erweiterung, Ermutigung, noch mehr Steine, Kooperationsbegeisterung

Das zehnte Jahr: Vollständigkeit

Neun Jahre hat es gebraucht, bis mit der Heilnetz-Vermittlung ein Instrument entstanden ist, das ich zu Beginn schon geträumt hatte, ohne konkret fassen zu können, von was ich da träumte. Ich wusste, dass dem Portal etwas fehlte, haderte damit, ob die Heilnetze wirklich hilfreich wären – wurde zum Glück immer wieder von Anbieter*innen und Kooperationspartner*innen darauf aufmerksam gemacht, wie gut die Heilnetze „funktionierten“. Dennoch hatte ich immer nur kleine Antworten – und weiterhin große Träume, aus Heilnetz ein einzigartiges Hilfsinstrument zu machen. Ein Instrument, dass für Suchende und User ebenso nützlich wäre wie für Anbieter*innen, also etwas, das es bisher zumindest im deutschsprachigen Internet nicht gibt.

Und voila: Mit der Heilnetz-Vermittlung ist genau das aus meiner Sicht gelungen, was mich auf eine tiefe Weise froh und zufrieden macht. Natürlich war das alles nur möglich, weil ich in all den Jahren wunderbare Menschen, Kolleg*innen an meiner Seite hatte, die direkt und indirekt dafür gesorgt haben, dass Heilnetz zu dem werden konnte, was es jetzt ist. Denn auch wenn dieser Bericht ein sehr persönlicher ist und aus meiner Sicht erzählt, wäre alles nichts ohne die vielen, die mich und das Projekt auf unterschiedlichste Weise immer wieder unterstützt haben.

Wenn es uns jetzt noch gelingt, in den Regionen solidarische Versicherungsalternativen für den Bereich Ganzheitlichkeit zu entwickeln, die es jedem Menschen ermöglichen, Begleitungen dieser Art wählen zu können, bin ich endgültig zufrieden. Ich stelle mir jedenfalls vor, dass es so sein könnte…also dass mir nichts mehr einfällt, was wir noch für Heilnetz entwickeln könnten.

Mit herzlichem Gruß,
Conny Dollbaum-Paulsen

Links:

Die Heilnetz-Idee

Was sind Heilnetze?

Heilnetz-Team

Infos & Preise für Anbieter*innen

Unsere Kooperations-Partner*innen

Zuständig für die Regionen zwischen Flensburg und München, Mühlheim und Dresden: Die Kooperations-Partner*innen der einzelnen Heilnetze, die in Eigenregie geführt werden.

Ein Artikel von Conny Dollbaum-Paulsen

Freie Autorin, Heilpraktikerin, Unternehmerin

Präsenz in freien Gesundheitsberufen

Bultkamp 120
33611 Bielefeld

www.unternehmungen-mit-vision.de

 

 

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