Klare Worte einer Heilpraktikerin

Nieder mit der Alternativmedizin!?

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von GastautorIn

Die Hexenjagd des 21 Jahrhunderts geht weiter. Nach dem zunächst, angestoßen durch das Münsteraner Memorandum, nur die Berufsgruppe der Heilpraktiker im Fokus stand, weitet sich nun die Hetze auf den gesamten alternativ-medizinischen Bereich aus.

Der Hokuspokus gilt ausgemerzt

Die Alternativmedizin sei der reinste Hokuspokus und gehöre verboten, so der Tenor von Veronika Hackenbroch, einer approbierten Ärztin und Verfasserin des Artikels, „Die Macht der Heiler“, der am 18.08.2018 im Spiegel erschien.

Der von ihr verfasste Text ist ein Großangriff auf alle naturheilkundlich orientierten Menschen und gleicht eher einer persönlichen Abrechnung als einem gut recherchierten, sachlichen und fachlich korrektem Bericht.

In ihrem sehr polemisierenden Artikel erweitert sie das durch das Münster Memorandum eröffnete Feld gegen Heilpraktiker und weitet es auf alle alternativ-medizinischen Berufsgruppen und Menschen aus, die diese Therapien und Methoden nutzen.

Menschen, die Hilfe und Unterstützung in der alternativen Medizin suchen, werden darin zu Opfern degradiert. Sie beraubt mündige Menschen ihrer freien Entscheidungskompetenz und macht sie zu passiven, meinungslosen Dummchen, die allesamt nicht wissen, was sie tun. All die gutgläubigen Menschen, die der Naturheilkunde zugewandt sind, würden aus ihrer Sicht mit falschen Hoffnungen geködert, mit einem Hokuspokus verblendet, der nicht helfe und aus diesem Grunde blieben nachweislich wirksame Behandlungen ungenutzt.

Frau Hackenbroch bezeichnet die Homöopathie als einen großen Bluff und behauptet, dass Menschen, die sich im Laufe einer homöopathischen Behandlung besser fühlten, auch ohne Zutun wieder gesund geworden wären. „Gutgläubige Kranke suchen Hilfe bei alternativen Heilern, was häufig dazu führt, dass sie ihrer Leiden unnötig verlängern – und zugleich eine florierender Esoterikindustrie reich machen.“ Sie verurteilt alle alternativ-medizinisch tätigen Menschen auf das Schärfste - auch ihre Berufskollegen und Kolleginnen – betitelt sie als Pfuscher und verbündet sich mit Ed­zard Ernst, eme­ri­tier­ter Pro­fes­sor für Kom­ple­men­tär­me­di­zin der Uni­ver­si­tät Exe­ter, der ihre Sichtweisen mit undifferenzierten und unsachlichen Kommentaren untermauert. Er, der als Referenzstelle der komplementär medizinischen Wissenschaftlichkeit zu Rate gezogen wird, ist der Ansicht, dass das Volk allein durch die Existenz von alternativen Angeboten systematisch verdummt würde und aus Uninformiertheit dann zweifelhafte Behandlungen ausprobiere. „Wenn weite Teile der Bevölkerung an alternative Methoden glauben, dann gibt es keine Maßstäbe mehr, dann werden die Grenzen zwischen Wahrheit und Unwahrheit unscharf“, verkündet Edzard Ernst.

Ich frage mich, wie es möglich ist zu verdummen, wenn einem mündigen Menschen zahlreiche Informationen zur Verfügung stehen, die er sich frei zugänglich erschließen kann? Und ebenso, wer über Wahrheit und Unwahrheit, über richtig und falsch überhaupt urteilen und bestimmen darf?

Darf es eine Ärztin, die sogar ihre naturheilkundlich orientierten Berufskollegen verurteilt und die ihren Artikel auf das Fallbeispiel einer einzigen Patientin stützt. Oder darf es ein Komplementärmediziner, der sich nie über die beschränkten Grenzen seines Weltverständnisses hinausgewagt hat? Darf das dadurch erschaffene, unsachliche und polarisierte Meinungsbild wirklich auf einer so großen Bühne, vor so breiten Publikum ausgetragen werden, in der alternativ-medizinisch tätige Menschen denunziert werden und wieder einmal nicht zu Wort kommen?

Was steht hinter der drastischen Verurteilung?

Frau Hackenbroch spricht vom wachsenden Widerstand und wähnt das Münsteraner Memorandum und das Informationsnetzwerk Homöopathie hinter sich. Unterschlägt wissentlich oder aus Unkenntnis bereits anerkannte alternativ-medizinische Verfahren, wie beispielsweise die Chinesische Medizin, zu der auch die Akupunktur gehört und deren eine Vertreterin sogar 2016 den Nobelpreis für Medizin erhielt.

Durch die unsachliche und fachlich verfälschende Argumentation erscheint der Artikel von Frau Hackenbroch eher als ein Hilferuf der konservativen westlichen Medizin, die sich durch Umgang und Haltung dem Patienten gegenüber, langsam aber sicher selbst zu disqualifiziert scheint. Die Zahlen, die Frau Hackenbroch in ihrem Artikel zugrunde legt, weisen eine deutliche Tendenz auf, welchen Weg die Menschen heutzutage wählen.

„Je­den Tag be­ge­ben sich über 128 000 Pa­ti­en­ten in die Behandlungen der rund 47 000 Heilpraktiker/innen, die in Deutschland tätig sind. Dazu kom­men 6900 Ärzte, die über eine von den Ärz­te­kam­mern an­er­kann­te Zu­satz­wei­ter­bil­dung in Ho­möo­pa­thie ver­fü­gen, rund 14 400 bie­ten Aku­punk­tur an und mehr als 16 000 Na­tur­heil­ver­fah­ren.“

Es wird offensichtlich, dass die Menschen sich nicht mehr von oben herab, sondern auf Augenhöhe beraten und begleiten lassen, dass sie in ihrer Ganzheit gesehen und behandelt werden möchten.

Es scheint, dass die Gegner der Alternativmedizin um den Stellenwert und den Einfluss der konservativ westlichen Medizin bangen, ansonsten würden sie sich nicht für ein Verbot, sondern vielmehr für die Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Disziplinen einsetzen. Dafür plädieren, zum Wohle des Patienten an einem Strang zu ziehen, sich mit Wissen und Ansichten gegenseitig zu bereichern, sich gut miteinander zu vernetzen, um gemeinsam das Beste für die Genesung des Patienten zu erarbeiten. Doch da dies scheinbar nicht der Wunsch ist, erlaubt es den Schluss, dass die Gegner der Alternativmedizin von Angst geleitet werden. Angst, dass sich die Menschen von den konservativen westlichen Verfahren abwenden und sich einen Weg suchen, den sie für sich selbst für gut und richtig befinden.

Es ist nicht die Macht der Heiler, die bedrohlich ist, sondern die schwindende Macht der „Halbgötter in Weiß“, die als bedrohlich empfunden werden kann. Aufmüpfige Patienten, die mit einem Arzt oder einer Ärztin über die Wirksamkeit von allopathischen Präparaten sprechen, gar diskutieren möchten, passen weder in das Weltbild der komplementären Medizin, noch in eine konservative Arztpraxis.

Die Dummheit des Volkes?

Selbst wenn die Naturheilkunde und die Homöopathie sich längst als Wahlfächer in den Universitäten etabliert haben, versucht Frau Hackenbroch mit aller Macht die Präsenz der Ganzheitlichkeit zu verdrängen. Sie diskreditiert die Volkshochschulen, die gerade durch die Angebote an medizinischen Themen und Verfahren ein enormes Interesse erfahren und wünscht sich, dass die Angebote der „Scharlatane“  für immer aus den Programmheften verschwinden. Sie findet es fatal, dass selbst Krankenkassen den Sinn und Nutzen der Alternativen Medizin erkannt haben und meint, dass Menschen, die Kügelchen nehmen, dem Staat auf allen Ebenen nur Mehrkosten aufbürden. Beide, Prof. Edzard Ernst und auch Frau Hackenbroch empfinden Einigkeit darüber, dass die alternativen Angebote zur „Volksverdummung“ beitragen.

Dabei führen Yoga, Qi-Gong und andere Körpertherapien, sowie zahlreiche alternative-medizinische Ansätze den Menschen zu sich selbst, fördern die Selbstwahrnehmung, das Fühlen. Durch den achtsamen Umgang mit sich selbst, wird Einfluss auf die selbstheilenden Kräfte genommen, das Körperempfinden und das Selbstvertrauen gestärkt. Aber sich selbst zu fühlen schadet laut Frau Hackenbroch eher der Gesundheit, als dass es ihr nutzt und deshalb gehören die alternativen Angebote auch aus dem Gesundheitssystem verbannt.

Wir haben die Wahl!

Viele Menschen sind bereits gut informiert und können aus der Vielzahl der Angebote frei wählen, um sich selbst und ihr Wohlbefinden, ihre Genesung und Heilung zu unterstützen. Doch auch das entspricht nicht Frau Hackenbrochs Wunsch, vielmehr plädiert sie dafür, dass alle alternativ-medizinischen Therapien verboten werden und zieht den SPD Abgeordneten Karl Lauterbach ins Boot, der mit ihr den Kampf gegen die „Kügelchenfreunde“ antreten möge.

Sie möchte das medizinische Bild von den Alternativen säubern und bietet dabei keine Wahlmöglichkeiten an. Doch die Wahl zu haben, ist das, was uns wachsen und reifen lässt.

Sowie uns auch nicht jede Frucht gut schmeckt, die wir kosten und auch nicht jede Tablette trotz gleicher Grunderkrankung, die richtige ist, ist auch nicht jeder ganzheitliche Ansatz der passende für jeden Menschen. Glücklicherweise haben wir durch die Vielzahl der medizinisch fundierten Angebote die Möglichkeit zu probieren und zu wählen, um herauszufinden, was dem eigenen Wohlbefinden dient. Wir haben die Möglichkeit Therapieformen, allopathischer und alternativer Art, zu kombinieren, um sie auf unserem Genesungsweg miteinander wirksam werden zu lassen. Denn Gesundwerdung ist sicher das Ziel aller Ansätze, doch vor allem ist die Gesundwerdung ein Weg. Ein Weg, den wir selbst beschreiten müssen, für den es weder ein Rezept, noch Allgemeingültigkeit gibt. Wir, die mündigen Bürger, müssen selbst herausfinden, wem oder was wir unser Vertrauen schenken, welche Schritte wir gehen möchten und was für uns selbst das Richtige ist. Dabei können Ärzte und Therapeuten jeglicher Art uns hilfreich zur Seite stehen, uns beraten, begleiten und auch mit unterschiedlichen Ansätzen behandeln, so wir es wünschen. Niemand muss an die Wirksamkeit alternativ-medizinischer Therapien und Verfahren glauben, wenn er nicht möchte, doch muss man ihm die Wahl lassen selbst zu entscheiden!

Wem dient der „große Schwindel“?

„Das Volk ist falsch informiert.“ Ein Satz, der schwer wiegt und von Prof. Edzard Ernst gesprochen wurde, wirft die Frage auf, welche Strömungen hinter einer solchen Berichterstattung und auch Veröffentlichung stehen könnten. Wer könnte ein Interesse daran haben Menschen ihrer freien Entscheidungsfähigkeit zu berauben und sie auf diese Weise zu manipulieren?

Ganz unterschwellig bahnt sich eine Strömung an, deren Ursprung nicht offensichtlich ist, doch bei der es darum zu gehen scheint, Menschen und Berufsgruppen aus dem Wege zu räumen und das Recht auf freie Meinungsbildung und Selbstbestimmung immer mehr zu beschneiden. Betroffen von den Beschneidungen sind die freien Hebammen, die durch kaum tragbare Versicherungssummen und die Begrenzung ihrer Tätigkeitsausübung in die Knie und somit aus dem Beruf gezwungen wurden, was fatale Folgen für werdende Mütter hat, doch darüber spricht niemand. Dann die Heilpraktiker*innen, denen ähnliches bevorsteht und die, ohne das die breite Öffentlichkeit davon etwas erfahren wird, in naher Zukunft sicher in ein eng definiertes Betätigungsfeld gepresst werden. Nun stehen alle alternativ-medizinischen Verfahren im Fokus und wir dürfen gespannt sein, welcher Trend sich daraus entwickeln wird. Aber auch an anderen Stellen werden Beschneidungen deutlich. Neben der drohenden Einführung der Impf-Pflicht, steht gleich nebenan, die Pflicht zur Organspende, die ebenfalls derzeit diskutiert wird und wie wir wissen, bereichern Zwänge bekanntlich immer nur eine Seite.

All diese Bestimmungen und Beschlüsse dienen nicht den Menschen, ihren Kindern und den Familien, sie dienen nicht ihrem persönlichen Wohl und ihrer Entwicklung, nicht der Vielfalt und der Toleranz, nicht dem Miteinander, dem gegenseitigen Respekt und der Achtung und erst recht nicht der freien Meinungsbildung und dem Recht auf Selbstbestimmung.

Doch wenn sie all dem nicht dienen, wem dienen sie dann?

Die konträren Haltungen und verhärteten Fronten, fördern nur den Kampf und reißen die Kluft, die sich zwischen den konservativen und alternativen Sichtweisen auftut tiefer ein und folgen damit dem aktuellen nationalen Trend. Leider verhindert das vehemente Dagegensein jegliches Miteinander. Wir alle tun gut daran unsere begrenzenden Sichtweisen zu lockern, unser Herz zu öffnen, zu fühlen und die Vielfalt des Lebens schätzen zu lernen!

Die Artikel imSpiegel:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2018-34.html

Stellungnahme der AG-TCM:

https://www.agtcm.de/therapeuten/news/stellungnahme-der-agtcm-fachverband-fuer-chinesische-medizin-zum-artikel-die-macht-der-heiler-und-wohin-das-qi-fliesst-im-wochenmagazin-der-spiegel-vom-18082018_117.htm

Stellungnahme des BDH:

https://www.bdh-online.de/spiegel-beitraege-zum-boom-der-alternativmedizin-rufen-viele-reaktionen-hervor-einige-koennen-sie-hier-lesen

Im Heilnetz dazu erschienene Artikel:

https://www.heilnetz-owl.de/news/ein-plaedoyer-fuer-einen-berufstand.html

https://www.heilnetz-owl.de/news/impf-pflicht-kein-muss-fuer-alle.html

Ein Artikel von Alexa Förster

Heilpraktikerin, Autorin, Dipl.Sozialpädagogin, Physiotherapeutin

Praxis für Resonanzmedizin

Apfelstrasse 12b
33613 Bielefeld

www.praxis-fuer-resonanzmedizin.de

 

 

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