Teil 3: Über das Schreiben

Schreiben als Ziel

von GastautorIn

Alles kann als ein Versuch beginnen, auch das Schreiben. Es beginnt als ein sich selbst ausprobieren, ein neugieriges Entdecken, ein Kennenlernen und ein Vorantasten. Es darf und kann ein heiteres Spiel mit Buchstaben und Worten sein und es darf sich entwickeln, vertiefen und erweitern, bei jedem, der sich auf das Schreiben einlässt. Das Schreibvertrauen darf mit dem Tun wachsen, sich ausweiten und verfestigen, so dass der Mut entsteht, hinter sich selbst und den eigenen Worten zu stehen.

Was bleibt...

Der Schreibende nimmt Raum, einen Platz ein, wird lesbar und bleibt, denn „wer schreibt, der bleibt.“ Doch nicht nur das Geschriebene bleibt als Zeitzeugnis einer persönlichen Entwicklung, sondern auch der Schreibende selbst bleibt. Er bleibt mit einer Sache, einem Anliegen, einem Thema, einer Vision schriftlich verbunden. Er drückt sich aus, gibt sich hinein – immer wieder neu, fließt mit, bündelt sich, streicht, ergänzt, verzehrt sich, bringt sich selbst auf den Punkt, gibt auf und fängt wieder an. Macht sich sichtbar, in all der Namenlosigkeit und Sprachlosigkeit, in all der Schönheit und Fülle. Wird lesbar - verstehbar. Er erschafft etwas über das gesprochene Wort hinaus, etwas das andere zum Nachahmen und Nachdenken inspiriert, verführt, animiert, begeistert, Gefühle und Emotionen weckt, anregt, auch erregt, befriedet, milde stimmt und erklärt. Worte stellen sich auf, werden zu Sätzen und bleiben.

Schreibend (m)einen Platz einnehmen

Wenn wir, die Schreibenden, unseren eigenen Ausdruck gefunden haben und dazu stehen, dann können wir teilhaben lassen, uns auf der Bühne des Lebens mit unseren Themen, Inhalten und Anliegen zeigen. Die Worte bekommen ein Gesicht, einen Körper, wenn wir als Menschen hinter den Sätzen hervortreten. Wenn wir mutig werden uns zu präsentieren, mit dem, was uns bewegt und zum Schreiben anregt. Dabei lernen wir uns selbst ins Licht zu rücken und darzustellen. Wir werden sichtbar, greifbar, aber auch angreifbar, wenn wir bleiben.

Schreiben als Vergnügen

Und trotz aller Schwierigkeiten, die den Schreibprozess und Selbstausdruck begleiten können, darf und sollte es auch immer ein Vergnügen sein. Ein Schreibvergnügen, eine Freude, die sich zu einer wahren Leidenschaft entwickeln kann. Einer Leidenschaft, die füllt und erfüllt, an eine Welt anbindet die nährt und hält. Das Schreiben kann zu einem Anker werden, einer Oase, die uns in dem „Vielen“ des Lebens Schutz und Halt gibt. Eine Auszeit, ein Eintauchen in Wortgärten und Buchstabenwälder, in der alle Last abfallen darf, unwichtig wird, in die Ferne rückt. In der Weite die entsteht, darf Kreativität und Leichtigkeit Einzug halten und sich ein eigener Ausdrucksraum entfalten.

Die Schreibvielfalt und die Freude am Selbstausdruck werden wir finden, wenn wir beginnen die eigenen Hürden überwinden. Solche, die uns vom Schreiben abhalten oder die Sicht auf uns selbst verstellen. Doch wenn wir es schaffen die Berge zu besteigen, die wir anfangs glaubten nicht überwinden zu können, dann wird der Blick frei für all das Schöne und Leichte, das sich in Worten ausdrücken darf. Eine Freude, gar ein Glück, das dem Schreiben innewohnt, wenn wir uns hingeben und einlassen, in das, was uns bewegt und aus uns hinausfließen möchte.

Der Weg und das Ziel

Das Schreiben kann zu einem Weg (Schreiben als Weg) und auch zu unserem Ziel werden. Wir können uns üben und immer wieder neu erfahren, unsere Vielfältigkeit und den Variantenreichtum des Ausdrucks im Tun formen, verfestigen und etablieren. Wir können erfahren, dass wir uns auf unterschiedlichen Wegen zeigen und auf verschiedene Weise bündeln können. Ob wir einen Artikel, eine Geschichte, ein Gedicht, einen Blog, eine Webseite oder Roman verfassen, wir sind es selbst, die hinter den Zeilen stehen. Wir sind es, die genau diese Worte wählen, um uns auszudrücken und mitzuteilen.

Und wenn wir dann sichtbar werden, können wir überprüfen, für wen wir schreiben möchten. Wir können es für uns selbst tun, um uns zu erfahren und kennenzulernen, auch um uns selbst zu reinigen (Schreiben als Entgiftung) z.B. in Form eines Tagesbuches. Wir können aber auch für andere schreiben, um Brücken zu bauen und unsere Anliegen einer Leserschaft zu präsentieren. Doch irgendwann im Prozess der Selbstdarstellung sollten wir überprüfen, welche Motivation hinter unserem Schreiben steht, für wen wir die Worte und Sätze verfassen, die uns bewegen. Es erweist sich als eine wahre Befreiung, wenn wir uns erlauben, nicht zum Gefallen anderer zu schreiben und unser Schreiben nicht von ihrem Lob und Wohlwollen abhängig machen. Wenn wir nicht den Erfolg und das Gesehenwerden in den Vordergrund unseres Tuns rücken, sondern schreiben, um bei uns zu bleiben, uns selbst auszudrücken, dann können wir unsere Anliegen teilen ohne abhängig zu werden. Wir gewinnen eine Leichtigkeit im Schreiben, die uns über alle Erwartungen hebt und befreit, die uns vor allem selbst begeistert und in der Freiheit des Schreibens trägt.

Mit Freude schreiben, ist nicht nur zu meinem Weg, sondern auch zu meinem Ziel geworden.

Ein Artikel von Alexa Förster

Heilpraktikerin, Autorin, Dipl.Sozialpädagogin, Physiotherapeutin

Praxis für Resonanzmedizin

Apfelstrasse 12b
33613 Bielefeld

www.praxis-fuer-resonanzmedizin.de

 

 

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