DIE Broschüre: heilnetz auf die hand
Ein wunderbares Wandel-Projekt
Was soll ich sagen, ziemlich genau zehn Monate nach dem ersten Treffen im sich neugestaltenden Team, das sich zusammentat, um Heilnetz OWL auf Papier zu bringen?
Am Anfang war der Wunsch nach Schönheit. Und nach Frische. Und auf jeden Fall spielte das große Feld der Inspiration eine herausragende Rolle – eine Neuauflage von DAS GRÜNE BRETT kam für die jungen frischen Frauen gar nicht in Frage.
Die Broschüre sollte kein Telefonbuch der alten Art sein, sie sollte zum inneren Umherstreifen einladen, zum Eintauchen in ganz verschiedene Ausdrucksformen und Spirits, sollte fühlbar machen, was an wunderbaren Angeboten in OWL zu finden ist.
Alles neu macht viele Fragen
Okay, da konnte und wollte ich mitgehen – wohl wissend, dass es die eine oder andere Hürde geben würde, weil…Neues in Ostwestfalen nicht immer direkt willkommen ist, weil Neues viele Worte braucht, weil Neues erst ausprobiert werden muss, ob es denn auch funktioniert, weil Neues anstrengend sein kann…
Woche für Woche waren wir dienstags um 10 für eine Stunde per Zoom verabredet – haben von März bis Dezember, von wenigen Ausnahmen abgesehen, gestaltet, geformt, sortiert, verworfen, neu gedacht, verworfen, verwaltet, geschrieben, gezeichnet, verworfen, verwaltet, gestaltet, verworfen, neu gedacht…
Das Team: Ganzheitlich in jeder Beziehung
Naturgemäß hatten wir verschiedene Rollen – Alice Santa Cruz Gamarra von Thotse Design war Hüterin und Gestalterin der Schönheit – sie hat uns bei vielen Zooms erfreut, indem sie unseren Ideen Form und Farbe gab. Außerdem bastelte sie aus manchen zusammengewürfelten Puzzle-Stücken mit großer Geduld die eine oder andere sehenswerte Anzeige.
Katja Reetz war im Team eine Art Kreativitäts-und-Weite-Jokerin – die durchaus auch humorvollen Illustrationen nahmen dem Ganzen oft die Schwere. Katjas wunderbare Zuversicht, dass doch ganz bestimmt alle nur begeistert wären von dem, was wir da so machen, war darüber hinaus ungemein kostbar und wichtig.
Natalie Nicola, Hüterin und Hebamme der Worte, öffnete für alle, die sich für Texteinträge entschieden hatten, einen Wort-Innenraum ganz besonderer Art – Textcoaching in einem solchen Rahmen ist ganz sicher einzigartig. Darüber hinaus brachte sie eine ganz eigene Weisheits-Ebene mit, die uns an manchen Stellen ermöglichte, hinter unser Tun zu schauen und verwandelt wieder aufzutauchen.
Präsenz statt Werbung
Mit dem eigenen Angebot sichtbar zu werden, präsent zu sein, ist in einer Zeit, in der alle Welt mit allen Mitteln um Zehntelsekunden unserer Aufmerksamkeit ringt, eine echte Herausforderung. Vorbei die Zeiten, als eine halbwegs ordentliche Webseite und ein ebensolcher Flyer ausreichten, um gesehen zu werden.
Die Vereinzelung, die entsteht, wenn wir nur unser eigenes Angebot sehen und vergessen, dass wir Teil eines Gewebes sind, ist ungesund. Und anstrengend.
Mit der Broschüre woll(t)en wir zeigen: Wir sind viele. Wir sind unterschiedlich. Wir denken, fühlen und handeln ganzheitlich. Wir verbinden uns in dieser Idee des gemeinsamen Gewebes. Wir werden gemeinsam sichtbar. Gleichwürdig. Respektvoll. Mit Interesse aneinander.
Die Hereinforderungen
Alles war neu – die Entscheidung, den Worten weiten Raum zu geben, ganz ohne Bild und Logo, war mutig. Wir bedanken uns bei allen, die sich diesem, wie wir finden gelungenen, Experiment gestellt haben. Die aus der Essenz des Angebotes entstandenen Worte geben der Broschüre wirklich Tiefe – das Umherstreifen von Text zu Text weckt Resonanz.
Die weitere Entscheidung, jeweils nur zwei Angebote auf eine Seite zu nehmen, war aus Schönheits-Resonanzraum-Gründen leicht zu treffen. Nicht ganz so leicht war die Übersetzung in eine schnöde Excel-Tabelle, mit der ich Kosten kalkulierte.
Heißt: Ich hatte mich verzählt, sodass aus 64 Seiten 114 wurden, die Druckkosten um mehr als 50% stiegen, statt 4600 Euro waren es 9600,- allein für den Druck…dass unser Plan, die Exemplare zu verschicken, dann gar nicht aufgehen konnte, versteht sich von selbst.
Nun war das nicht die erste Kalkulation in meinem 30jährigen Unternehmerinnen-leben – so verrechnet habe ich mich vorher nie.
Ich vermute einen guten, halbbewussten Grund dahinter: Wäre mir vorher aufgefallen, dass meine Rechnung hanebüchen ist, wäre wohl Folgendes passiert: Entweder hätte der Preis für den Eintrag hätte deutlich höher sein müssen und damit einige ausgeschlosssen. Wäre der Preis geblieben, hätte die ganze Broschüre die Großzügigkeit des weitenden Weißraums eingebüßt…
Das wäre furchtbar schade gewesen, oder?
Das ganze Leben in einem Projekt
Nie habe ich über ein Projekt so viel positive, ermutigende und kollegiale Kommunikation erfahren dürfen – nie habe ich mit einem Team so viele Zitronen vorgefunden, aus denen wir gemeinsam wohlschmeckende Limo gemacht haben (manchmal mit viel Zucker!).
Selten hatte ich so sehr das Gefühl von echter Verbundenheit, im Kleinen durch das Team, im Großen durch alle Beteiligten.
Apropos Zitronen: neben der großen Kleinigkeit der Finanzierungslücke kamen dann noch Verteiler-Herausforderungen auf uns zu – statt Lieferungen frei Haus, wie angekündigt, mussten Listen gesichtet werden, wer wann wo Broschüren abholt.
Dass die dann mehrfach ausgefüllt werden mussten, weil die Druckerei nur stückweise drucken konnte und die Spedition nicht zu den angekündigten Zeiten lieferte – ach geschenkt.
Genauso, wie Vollsperrungen der Autobahn am Auslieferungstag, Schnee auf dem Garagenhof, der den Hubwagen lahmlegte bis hin zum Annahme-Stopp beim Wertstoffhof beim Entsorgen der Paletten.
Erste Reaktionen
Am 1.2.2026 hatte ich dann die wunderbare Gelegenheit, auf der Medivitalis-Messe zu erfahren, was passiert, wenn Menschen die Broschüre sehen…sie sind, anders kann ich es kaum sagen, fast andächtig, in jedem Fall berührt, interessiert, offen…
Sie blättern vorsichtig, in Ruhe, als könnte etwas kaputt gehen (kann es nicht, das Umweltschutzpapier ist super), ein bisschen ungläubig, vor allem, dass „das Buch“ nichts kostet (Preis pro Exemplar reine Druckkosten 2,56 netto).
Diese Broschüre werfen Menschen nicht einfach in den Müll – sie wird einen Platz bekommen, zum immer mal wieder reinschauen.
Genau das sollte so sein.
Ich sage DANKE an die wunderbaren Team-Frauen, an alle, die Teil des Projektes sind, weil sie Einträge gebucht haben, an die Kolleg:innen, die sich als Verteiler:innen überall in OWL bereit erklärt haben, an die freundlichen Menschen in der Umweltdruckerei und bei der Autovermietung.
Ich danke allen Wesen, die lange vorher dazu beigetragen haben, ein solches Projekt entstehen zu lassen.
Wir sind glücklich, weil wir dankbar sind; wir sind nicht dankbar, weil wir glücklich sind.
Bruder David Steidl-Rast
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Da gehört sie nicht hin